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Neuseeland Teil 1

Posted by on 02/01/2012

21.11.2011 – 26.12.2011

Matze:

Harte Landung

Am Tag des Abflugs mussten wir schon zeitig aufstehen, war doch noch viel zu erledigen. Zuerst ging ich joggen, wie ich es schon oft getan habe vor einem langen Flug, einfach fürs gute Gewissen meinem Körper gegenüber, den ich ja für lange Zeit zu Ruhe verdonnere. Dann mussten wir uns beeilen, 12:30Uhr sollte unser Shuttle Service zum Flughafen gehen. Die Wäsche war noch aus der Wäscherei zu holen, die Sachen, die wir noch die Tage zuvor für unsere Wohnung nach der Reise gekauft haben, mussten nach Hause geschickt werden und unser Hab und Gut zusammengepackt. Dies ging natürlich nicht alles glatt und wir kamen das ein ums andere mal ins schwitzen aber wir schafften es. Ehrlich gesagt waren wir sogar früher fertig, was uns auch nicht wirklich weiter half denn nun hatten wir Zeit uns Sorgen um unseren Shuttle Service zu machen. Den hatten wir von unserem Hotelchef organisieren lassen, der allerdings alles andere als vertrauenswürdig daherkam. Dies ist aber eine andere Geschichte, wir waren bequem und nutzten sein Angebot. Nach einem drängenden Anruf und einer von uns einkalkulierten halben Stunde Verspätung ging es dann endlich los zum Flughafen. Dort mussten wir erst zum Cargo (Luftfracht) Bereich um unser Rad aufzugeben, welches wir leider sehr teuer separat nach Christchurch schicken mussten. Über Wochen hatten wir versucht einfach mehr Gewicht mit in den Flieger nehmen zu können, was letztlich am Preis scheiterte, 60€ pro Kilo waren dann doch jenseits von gut und böse.  Wesentlich preiswerter aber immer noch teuer war es per Luftfracht. Volle 3 Stunden brauchte es bis das Packet eingecheckt war, zum Glück übernahm die Spedition das für uns, aber wir mussten warten, zugucken, unterschreiben und wieder warten. Dann wurden wir rüber zur Abflughalle gefahren wo wir auch gleich einchecken konnten. Pünktlich 19:00Uhr hoben wir dann schon ziemlich geschlaucht und erschöpft ab.
 Vier Flüge, mit einer Gesamtflugdauer von 21Stunden lagen jetzt vor uns. Wir flogen mit den Emirates eine, wie ich jetzt nur bestätigen kann, der besten Airlines der Welt. Was bei Airberlin Business Class ist, ist bei den Emirates Economy Class. Das Essen und das Entertainmentprogramm waren spitze, nur schlafen das konnten wir auch hier nicht.
Nach 4 Stunden und 1 Stunde Zeitverschiebung landeten wir dann gegen 1Uhr in Dubai, wo wir dann 8 Std. Aufenthalt hatten. Oh was hätten wir doch dafür gegeben dort ein Bett gehabt zu haben. So schlenderten wir benebelt von Müdigkeit durch die Einkaufsmeile des Flughafens. Erschöpft legten wir uns letztendlich, neben viele andere, auf den Teppichboden des Flughafens und schliefen, ruhten auf unbequeme weise für ein zwei Stunden. Hier merkte ich auch die ersten Anzeichen von Halsschmerzen.
Gegen 21 Uhr ging es dann weiter immer im gleichen Flieger nach Neuseeland. Unterbrochen wurde der Flug nur von 2 Zwischenlandungen, in Bangkok und Sydney. Hier mussten wir dennoch jedes Mal raus aus dem Flieger durch die Sicherheitskontrollen und nach 45 min wieder rein in den Flieger.
Total am Ende, weil 2 Nächte ohne Schlaf kamen wir dann in Christchurch an, Neuseeland dem so viel gepriesenen Land.

Gut erholt und voller Tatendrang wollten wir uns hier ins Abendteuer stürzen. Aber nichts da, eine Erkältung die erst mich und dann Sarah heftig da nieder fegte, setzte uns außer Gefecht. So verbrachten wir unsere erste Woche im Bett, in Christchurch. Unterbrochen nur, am 26.11.2011, vom großen Weihnachtskonzert der Stadt.


Endlich wieder auf dem Fahrrad / der Schock

Nach genau einem Monat ohne Radfahren rollten wir am 30.11 aus der Stadt. Die erste Woche kreuzten wir noch im Flachland herum um uns wieder an das Radfahren, und Neuseeland zu gewöhnen. Das mit dem Radfahren klappte ohne weiteres aber an Neuseeland gewöhnen? Gewöhnt haben wir uns vielleicht schon dran, gefallen tut es uns aber nicht so wirklich. Es ist einfach für uns und unsere Art zu reisen das falsche Land. Zuerst war da der große Schock gegenüber der Türkei, wo die Grau und Brauntöne überwogen, es Preiswert war und Sachen wie Müll und Hygiene nicht ganz so groß geschrieben wurden. Hier in Neuseeland herrscht das komplette Gegenteil, satte Grüntöne wie im Allgäu, Preisniveau über dem in Deutschland und sehr gute Hygienestandards.
Viele werden sicher sagen ist doch toll. Aber für uns ergab sich daraus wieder eine ganz andere Art des Reisens mit anderem neuen Konfliktpotenzial.
Wenn jedes Stück Land eingezäunt ist und die Straßenränder sauberer sind als in Deutschland wo macht man dann Pipi? An uns Radfahrern haben sie nicht gedacht, oft müssen wir mehrere Kilometer fahren bis wir ein halbwegs intimes Plätzchen finden. Oder die Preise hier, für Lebensmittel und Unterkünfte; sie sind teurer als in Deutschland. Da müssen wir immer dreimal überlegen was wir uns leisten oder nicht. Dann das Wetter hier, extrem wechselhaft. Zwischen Sonne 30°C, Heuschnupfen und Regen bei 11°C liegen meist nur wenige Stunden, dazu kommt natürlich der Wind. Auch vermissen wir hier die herzliche offene Art der Türken. Kurzum, nach zwei Wochen haben wir ernsthaft versucht unseren Weiterflug vorzuziehen und das Land schnellst möglich zu verlassen.
Da dies zu teuer geworden wäre und den extra Aufwand nicht rechtfertigt, sind wir geblieben.

Konto plündern und anpassen hieß es von da an für uns. Anpassen und auf die einzelnen Länder einlassen. War das nicht auch das was wir wollten? So weit so gut, weiter ging es ins Landesinnere in die Berge zu den ersten großen Touristenzielen, „Lake Tekapo“ und „Mt.Cook“.
Wir kamen in Fahrt, wurden von Tag zu Tag fitter und konnten die geniale Landschaft genießen die uns stark an die Heimat und die Alpen erinnerte. Den Geburtstag von Sarah mussten wir leider bei starkem Regen auf einem Zeltplatz verbringen wo wenig Feierstimmung aufkommen wollte. Zwei Tage später holten wir ihn ein wenig nach als Sarah ihr Geschenk, von mir, dann endlich bekam. Einen Lachs, von der höchsten Lachsfarm der Welt. Super lecker haben wir ihn dann in der Gemeinschaftsküche auf dem Campingplatz vollendet und verzehrt.

Railtrail

Von Clyde nach Middlemarch führend, wurde hier eine alte Bahntrasse zum Touristenmagnet umfunktioniert. Die Gleise wurden entfernt und die Strecke mit Schotter planiert. Jetzt ist es eine Landschaftlich schöne 150 km lange Strecke die sich durch die Hügel und Täler schlängelt und durch Tunnel und über Brücken führt. Dadurch das die Eisenbahn keine großen Steigungen fahren konnte ist die Strecke relativ flach verlaufend in die Landschaft eingepasst und somit jetzt eine super alternative zur Straße. Freigegeben ist sie für Radfahrer, Wanderer und Reiter. Für uns war die Strecke nicht ganz so ideal. Da der Hänger immer links und rechts von der festgefahrenen Spur lief bremste er zum einen recht ordentlich und zum anderen haben wir uns hier zwei platte Reifen eingefahren.

Die weiteren Tage kreuzten wir durch den Süden, mit vielen Wetterwechseln und legten unsere Route ganz auf unserem vorab gebuchten Weihnachtsdomizil in Wanaka aus. Die meisten Touristenspots im Süden ließen wir aus und fuhren dafür mehr durchs Inland.


Es ging auf Weihnachten zu und wir genossen die Zeit sehr! Einen Tag Pause machten wir kurz vor dem Fest in Queenstown  wo wir uns auf Weihnachten einstellten und unser Rad endlich, von einem fähigen Fahrradmechaniker, vom lästigen Schleifgeräusch befreit wurde. Seit über 1500 km hatten wir an jeder kleinen Steigung ein Schleifen am Rad und konnten nicht ausmachen wo es herkommt. Nachdem wir das Tretlager ohne Erfolg gewechselt hatten war es jetzt der Freilauf am Hinterrad der total verdreckt war und nach säubern und schmieren jetzt wieder geräuschfrei läuft. Hurra!
Auf der letzten Etappe vor Weihnachten gönnten wir uns dann noch einen besonders schönen Streckenabschnitt. Es ging für uns über die höchste asphaltierte Passstraße  Neuseelands, über den Crown Range Berg. Mit oft über 10% verlangte er uns alles ab. Aber wir schafften ihn und hatten noch unseren Spaß auf dem Gipfel.
Dann ging es hinab nach Wanaka, einer wunderschön gelegenen Kleinstadt, in mitten von hohen schneebedeckten Bergen am See. Wir hatten uns hier für die Weihnachtstage, ein Stück außerhalb, ein Apartment gemietet. Bei köstlichem Essen und inmitten wunderschöner Landschaft genossen wir die Zeit.

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